Dem Puzzle auf der Spur: Annas „Puzzlepedia“

Anna investigativ: dem Puzzle auf der Spur Mit dem folgenden Beitrag wollen wir nicht mit der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia wetteifern. Vielmehr wollen wir euch ein paar interessante Fakten rund ums Puzzle liefern, garniert mit interessantem Bild- und Videomaterial.

Hallo liebe Puzzle-Fans,

seit gut einem Monat bin ich nun hier bei fotopuzzle.de als Werkstudentin und habe jeden Tag mit vielen Puzzles zu tun. Erst jetzt ist mir eigentlich so richtig aufgefallen, dass ich im Grunde genommen nicht wirklich viel übers Puzzle weiß. Für die meisten von uns sind sie eben einfach da. Wer macht sich da schon Gedanken darüber, woher die Puzzles eigentlich kommen? Deswegen habe ich mich dem Thema angenommen und ganz nach dem Motto der Schweizer Bonbonhersteller gefragt: „Wer hat’s eigentlich erfunden?“

Berechtigte Frage, denn wer weiß, ob es fotopuzzle.de überhaupt geben würde, wenn nicht ein englischer Kupferstecher vor 246 Jahren eine bahnbrechende Idee gehabt hätte.

 

1. Die Geschichte

Werfen wir einen Blick zurück ins Jahr 1766. Dort sitzt der Kupferstecher John Spilsbury im verregneten England und tüftelt an einer neuen Idee, die den Schülern den Erdkundeunterricht erleichtern soll. Sein Plan: Den Zöglingen spielerisch die Grafschaften und deren geographische Lage vermitteln. Dazu nimmt er eine Landkarte von Großbritannien und klebt diese auf ein einfaches Holzbrett. Anschließend zersägt er dieses mit einer Laubsäge entlang der Grenzlinien der einzelnen Grafschaften. Die Schüler konnten nun auf unterhaltsame Art und Weise die Landkarte wieder richtig zusammen setzen und lernten dadurch die Grafschaften kennen. Das erste „Holz-Legespiel“ war geboren!

Das Wort Puzzle wurde erst ein paar Jahre später verwendet. „Puzzle“ kommt übrigens aus dem Englischen. Es bedeutet Verwirrung oder Rätsel, was, wie ich finde, bei so manchen Motiven absolut zutreffend ist.

Schon bald wurden auch viele andere Motive in Puzzleform gebracht. Bereits im Jahr 1785 wurden die ersten Bilder in Deutschland gepuzzelt.

Selbst die damalige Königin Victoria von England war ein großer Puzzle-Fan. Nach einem gemeinsamen Puzzle-Abend mit zwei Lords sagte sie Folgendes: „Der vergnüglichste und fröhlichste Abend seit langer Zeit, bin bis halb zwölf geblieben.“

Im Gegensatz zu heute waren die Puzzleteile damals aber noch nicht ineinander verzahnt, sondern konnten immer wieder auseinander rutschen. Die Technik des sogenannten „Interlocking“, zu Deutsch „ineinandergreifen“, wurde erst ab dem 19. Jahrhundert verwendet.

Puzzeln, ein Freizeitspaß für Jedermann? Leider nein,…denn damals konnten sich nur reiche Menschen das neuartige Spiel leisten. Der Grund dafür war, dass jedes einzelne Puzzle in mühevoller Kleinarbeit hergestellt werden musste. Dafür wurden Bilder auf Mahagoni- oder Zedernholz aufgeklebt und dann jedes Puzzleteil einzeln ausgesägt. Nicht nur eine sehr zeitaufwendige Arbeit, sondern auch ein teures Vergnügen, denn damals waren Mahagoni- und Zedernholz sehr teure Rohstoffe.

 

2. Die Puzzle-Herstellung

Erst viele Jahre später, ab Beginn des 20. Jahrhunderts, wurden Puzzles dann in Masse produziert. Die ersten Puzzle-Stanzmaschinen gibt es erst seit 1940. Ähnlich wie beim Plätzchen Backen werden die einzelnen Puzzleteile ausgestanzt. Und wer’s genau wissen will, fragt am besten mal die Maus. Die Sendung mit der Maus hat nämlich ein tolles Info-Video veröffentlicht. Übrigens läufts im Großen und Ganzen so auch bei unserer Fotopuzzle-Produktion.

In den 1960er Jahren herrschte ein regelrechter Puzzle-Boom, denn jeder der „in“ sein wollte, gestaltete seine vier Wände mit den gepuzzelten Bildern.

 

3. Puzzle-Varianten

Seither sind Puzzles nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Viele unendliche Varianten und Motive sind heute auf den Märkten erhältlich. Wusstet ihr beispielsweise, dass es sogar ein Puzzle gibt, das nach Rosen, Kokos oder Lavendel duftet? Die Puzzle-Variationen sind unzählig: Fotopuzzles, 3D-Puzzles, Konturenpuzzles, Leuchtpuzzles, Puzzlebälle und Such-Puzzles zählen zu den verschiedenen Puzzle-Arten. Hier eine kleine Übersicht für euch:


4. Kleinstes vs. größtes Puzzle der Welt

Interessant zu wissen: Das flächenmäßig größte Puzzle könnt ihr in Nürnberg anschauen. Es hat 1023 Teile und eine Gesamtfläche von sage und schreibe 300 Quadratmetern! Nur zum Vergleich: Ein großer Tennisplatz hat etwa die gleiche Fläche. Abgebildet ist der Maler Albrecht Dürer mit seinem „Selbstbildnis im Pelzrock“. Derzeit ist das Puzzle in Moskau bei der Ausstellung zum Russland-Deutschland-Jahr aufgebaut.

Das wahrscheinlich kleinste Puzzle der Welt hingegen entstand im Laserzentrum Hannover. Es besteht aus 100 winzig kleinen Puzzleteilchen. Das gesamte Puzzlebild hat gerade einmal eine Fläche von 5 Quadratmillimetern, jedes Stück so groß wie ein Staubkorn. Somit könnte man das kleinste Puzzle der Welt 60 Millionen Mal!!! in das Dürer-Puzzle legen. „Das kleinste Puzzle der Welt hat aber seine Tücken.“ sagt Frank Korte, Mitarbeiter am LZH. „Die Teile sind so klein, dass es so gut wie unmöglich ist, das Puzzle wieder zusammen zu legen. Einmal husten und die Arbeit von Stunden wirbelt durch die Luft!“ Und hier ein paar Bilder für euch:


5. Psychologie des Puzzles

Warum macht uns Puzzeln eigentlich so viel Spaß? Das haben sich auch schon Psychologen gefragt. Ganz einfach, denn Puzzles machen nicht nur Spaß sondern haben auch noch eine Menge anderer positiver Nebeneffekte. Puzzles gelten als Herausforderung, die wir annehmen, um unser Können unter Beweis zu stellen. Gleichzeitig wird beim Puzzeln unser Ehrgeiz gepackt, denn wer kennt das nicht, wir wollen das Puzzle, am besten so schnell wie möglich, fertig stellen und da lässt man auch schon mal alles andere stehen und liegen. Wenn wir dann endlich nach mühevoller Arbeit das fertige Bild vor uns liegen haben, ist die Freude am größten. Wir sind stolz auf uns, dass wir so viel Ausdauer und Geduld hatten, das Rätsel zu lösen.

Dr. Stephan Lermer | Foto © Christopher ThomasPsychologen zufolge haben Puzzles also vor allem bei Kindern und Jugendlichen einen hohen Lerneffekt. Der Psychologe Dr. Stephan Lermer meint: „Man erreicht erstens überraschende Teilerfolge und hat zweitens ein Ergebnis auf das man stolz sein kann.“ * So werden auch die Aufmerksamkeit sowie die Geduld der Kinder spielerisch geschult und die Konzentrationsfähigkeit nimmt zu. Gleichzeitig hat das Puzzeln einen entspannenden Effekt und lässt uns unseren Alltagsstress vergessen.

Mehr geht doch nun wirklich nicht, oder? Wie wäre es also, wenn wir uns nicht immer nur vor den Computer oder Fernseher setzen, sondern unseren Feierabend mit Puzzeln verbringen und dabei sogar noch unseren Kopf trainieren können?

 

Nun hoffe ich, dass ich euch einen Einblick in die Welt der Puzzles geben konnte und vor allem die Couch-Potatoes unter euch anregen konnte, sich mal vom bequemen Fernsehsessel zu erheben und die Puzzleschachtel in die Hand zu nehmen 🙂

Und falls euch das Puzzlefieber gepackt hat, dann können alle Puzzle-Verrückten auch an den jährlich stattfindenden Puzzle-Meisterschaften teilnehmen. In vielen deutschen Städten werden diese abgehalten und Puzzle-Freunde aus ganz Deutschland können ihr Puzzle-Können unter Beweis stellen. Nächstes Jahr finden die Meisterschaften bereits zum achten Mal statt. Bis dahin bleibt euch ja noch genug Zeit zum Üben, denn Ziel ist es, 500 Puzzleteile in Teamarbeit in möglichst kurzer Zeit zusammen zu fügen. Nur als Anhaltspunkt für euch: es gilt 35 Minuten und 16 Sekunden zu toppen. Viel Spaß beim Üben!

Also ran an die Kartons und puzzelt was das Zeug hält. Am besten natürlich euer individuelles Fotopuzzle von fotopuzzle.de!Zum Fotopuzzle

 

Liebe Grüße
Eure Anna

Bildquelle Puzzle Emergency Room: www.heye-puzzle.de
* Quelle: www.newspress.de


5 Kommentare zu “Dem Puzzle auf der Spur: Annas „Puzzlepedia“

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